Gleitschirm Ausbildung



Allgemeines zur Ausbildung

Gleitschirmfliegen in den Bergen bei guter ThermikIn Deutschland ist eine Ausbildung mit abschließender Lizenz zum Gleitschirmfliegen vorgeschrieben. Diese Ausbildung wird durch den DHV (Deutscher Hängegleiterverband) geprüft und die Fluglizenz vergeben. Die Ausbildung erfolgt in der Regel über eine Flugschule.

Verglichen mit anderen Flugsportarten ist der Einstieg in das Gleitschirmfliegen günstig: Die Ausbildung kostet in der Regel nicht mehr als 1000 EUR. Einen Schnupperkurs gibt es schon für 69EUR.

Erste Schritte werden unter Aufsicht eines Fluglehrers an einem Übungshang gemacht. Nach einer grundlegenden Einweisung wird das Boden- und Starthandling des Schirms und bei den ersten Hüpfern auch die grundlegenden Steuermanöver geübt. Danach beginnt die Schulung durch die Höhenflüge.

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Grundkurs, L-Schein

Voraussetzungen
Mindestalter 14 Jahre. Bei einem Alter von weniger als 18 Jahren ist eine Einverständniserklärung der Eltern notwendig.

Ausbildung
Die theoretische Ausbildung umfasst die Vermittlung von Grundkenntnissen über mindestens 5 Schulstunden in den Fachgebieten Luftrecht, Verhalten in besonderen Fällen, Meteorologie und Technik.

Die praktische Ausbildung umfasst Startübungen, Steuerübungen und Laufübungen im flachen Gelände nach Ermessen des Fluglehrers und anschließend mindestens 20 Alleinflüge mit einem Höhenunterschied von 40 bis 100 Meter und Flugübungen unter Aufsicht und Anleitung eines Fluglehrers. 

Die vorgeschriebenen Praxis-Ausbildungsinhalte sind:  Kennenlernen der Ausrüstung, Aufziehübungen des Gleitschirms, Laufübungen mit dem Gleitschirm, Steuerungsübungen, Landeübungen mit dem Paragleiter, Start, Abflug, Flüge mit geringem Bodenabstand, Geradeausflug, Kurvenflug, Geschwindigkeitsregulierungen, Flüge mit größerem Bodenabstand, Landung mit dem Gleitschirm.

Für die Startart Windenschleppstart ist zusätzlich noch eine Einweisung in die grundlegenden Techniken des Windenschleppstarts notwendig.

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Höhenflugausweis, D-Schein

Ausbildung
Die theoretische Ausbildung umfasst die komplette theoretische Ausbildung des A-Scheins.
Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 10 Höhenflüge als Alleinflüge unter Anleitung und Aufsicht eines Fluglehrers und die Flugübungen gemäß Lehrplan. Im Einzelfall kann der Fluglehrer eine höhere erforderliche Anzahl an Flügen festlegen.

Die vorgeschriebenen Praxis-Ausbildungsinhalte sind: Kenntnisse der Ausrüstung, Flugplanung, Start und Abflug, Geradeausflug, Kurvenflug, Fliegen nach Flugplan, Landeeinteilung und Landung, verschiedene Flugmanöver.  

Wenn der Höhenflugausweis für die Startart Windenschleppstart erworben werden soll, dann muss vom Piloten zusätzlich die vollständige Einweisung in diese Startart absolviert werden.

Die Prüfung ist lediglich eine flugschulinterne Prüfung in Theorie und Praxis.

Berechtigung und Gültigkeit
Der Inhaber des Höhenflugausweises ist berechtigt, in Schulungsgeländen der Flugschule mit Einwilligung des Ausbildungsleiters (schriftlicher Flugauftrag) für die Dauer von 36 Monaten ohne Fluglehreraufsicht zu fliegen. Der Höhenflugausweis ist nur für das Gelände gültig, in welchem mindestens 5 Höhenflüge absolviert wurden.

Für das Gleitschirmfliegen in anderen Schulungsgeländen ist jeweils eine praktische Einweisung von mindestens 5 Höhenflügen im betreffenden Gelände unter Anleitung und Aufsicht eines Fluglehrers, sowie die Einwilligung (Flugauftrag) des zuständigen Ausbildungsleiters erforderlich.
Meine Empfehlung ist, einfach schnellstmöglich den A-Schein zu machen, damit diese Auflagen wegfallen.

Der Höhenflugausweis ist 36 Monate ab Ausstellungsdatum gültig und er kann nicht verlängert werden. Das Fliegen mit dem Höhenflugausweis kann vom Ausbildungsleiter der Flugschule mit Auflagen versehen werden.

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Beschränkter Luftfahrerschein, A-Schein

Voraussetzung:
Höhenflugausweis

Ausbildung:
Die theoretische Ausbildung umfasst 20 Schulstunden zu je 45 Minuten in den Sachgebieten Luftrecht, Meteorologie, Verhalten in besonderen Fällen und Technik.

Gleitschirmflieger im Landeanflug mit A-ScheinDie praktische Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 40 Höhenflüge als Alleinflüge, davon mindestens 25 unter Anleitung und Aufsicht eines Fluglehrers und höchstens 15 im Flugauftrag mit Höhenflugausweis.  Die Höhenflugausbildung kann wahlweise als Hangstart oder als Windenschleppstart erfolgen. Bei Hangstart müssen mindestens 10 Höhenflüge einen Höhenunterschied von mehr als 500 Meter aufweisen.

Beim A-Schein erfolgt sowohl die praktische als auch die theoretische Prüfung durch einen unabhängigen Prüfer des Deutschen Hängegleiter Verbands (DHV).

Berechtigung und Gültigkeit:
Der A-Schein berechtigt zum freien Fliegen mit der eingetragenen Startart bzw. den eingetragenen Startarten in der Umgebung des Fluggeländes. Das heißt, dass der A-Scheininhaber mit dem Gleitschirm keine Streckenflüge machen darf. Hierfür wäre der B-Schein notwendig. In Verbindung mit der IPPI- Card, ist der A-Schein beinahe weltweit anerkannt.
Der A-Schein besitzt eine zeitlich unbegrenzte Gültigkeit.

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Unbeschränkter Luftfahrerschein, B-Schein

Voraussetzungen:
A-Schein und zusätzlich 20 von einer DHV-Flugschule bestätigte Höhenflüge auf mindestens zwei verschiedenen Fluggeländen, wobei zehn dieser Flüge eine Flugzeit von jeweils mehr als 30 Minuten aufweisen müssen.

Ausbildung:
Die theoretische Ausbildung umfasst 15 Schulstunden zu je 45 Minuten in den Sachgebieten Luftrecht, Meteorologie, Verhalten in besonderen Fällen und Navigation. Für die Praxisausbildung ist eine bestimmte Fluganzahl nicht vorgeschrieben, sondern lediglich die Absolvierung nachfolgender Praxis-Ausbildungsinhalte: Flugplanung für Streckenflüge, Landeeinteilung und Landung unter erschwerten Bedingungen, Flugmanöver zur Gefahreneinweisung, Schnellabstieg, Übungen zum aktiven Fliegen und Streckenflugübungen. Ausserdem ein Überlandflug im Flugauftrag der Flugschule mit einer Distanz von mindestens 10 km zwischen Start- und Landeplatz.

Bei Nachweis der Teilnahme an Fortbildungskursen von DHV / ÖAeC-Flugschulen, wie Performance-Training, Flugtechniktraining, Sicherheitstraining, Thermik- und Streckenflugkurse können die dort abgeleisteten Lehrinhalte auf die praktische Ausbildung angerechnet werden.

Es erfolgt eine theoretische, schriftliche Prüfung durch einen unabhängigen Prüfer des Deutschen Hängegleiter Verbandes (DHV).

Berechtigung und Gültigkeit:
Der B-Schein berechtigt zum freien Fliegen mit dem Paragleiter inklusiv Überlandflügen. In Deutschland darf der Inhaber des B-Scheins beim motorlosen Gleitschirmfliegen auch Aussenlandungen durchführen.  Die Lizenz besitzt eine zeitlich unbefristete Gültigkeit.

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Passagierberechtigung, Tandem-Schein

Voraussetzungen:
Besitz des A-Scheins seit mindestens 12 Monaten, mindestens 100 im Flugbuch nachgewiesene Höhenflüge nach Erteilung der A-Lizenz, Volljährigkeit. Der Bewerber um die Passagierberechtigung muss sich einem praktischen Vorauswahltest vor einem DHV-Prüfer unterziehen. Dabei muss der Bewerber im Alleinflug seine überdurchschnittlichen fliegerischen Fähigkeiten nachweisen.

Ausbildung:
Gleitschirm Tandemflug beim Paragleiter fliegenDie theorethische Ausbildung umfasst mindestens vier Unterrichtsstunden in den Fachgebieten Luftrecht, Verhalten in besonderen Fällen und Technik. Die praktische Ausbildung umfasst mindestens einen Flug zusammen mit einem berechtigten Fluglehrer und zehn Flüge mit Inhabern eines Luftfahrerscheines für Gleitschirm- oder Drachenflieger oder eines österreichischen Hängegleiter- oder Paragleiterscheins (A-Schein oder B-Schein) unter Anleitung und Aufsicht eines Fluglehrers.

Die vorgeschriebenen Praxis-Ausbildungsinhalte sind Kennenlernen der Ausrüstung, Einweisung des Passagiers, Start und Abflug, Flug und Flugmanöver, Schnellabstieg, Landeanflug und Landung.

Nach der praktischen und theoretischen Ausbildung in der Flugschule muss der Flugschüler mindestens 30 von einer Flugschule bestätigte Tandem-Höhenflüge mit Inhabern einer Lizenz (mindestens A-Schein) für Gleitschirmflieger oder Drachenflieger oder eines Sonderpilotenscheines für Paragleiter oder Hängegleiter, im Flugauftrag der Flugschule machen.

Beim Tandem-Schein erfolgt sowohl die praktische als auch die theoretische Prüfung durch einen unabhängigen Prüfer des Deutschen Hängegleiter Verbands (DHV). 

Berechtigung und Gültigkeit:
In Verbindung mit dem A-Schein berechtigt die Passagierflugberechtigung zu Passagierflügen ohne Überlandflüge mit der für den A-Schein eingetragenen Startart bzw. Startarten.
In Verbindung mit dem B-Schein berechtigt die Passagierflugberechtigung zu Passagierflügen einschließlich Überlandflüge mit der für den B-Schein eingetragenen Startart bzw. Startarten.

Die Gültigkeitsdauer beträgt drei Jahre ab Ausstellungsdatum. Eine Verlängerung für jeweils weitere drei Jahre kann durch einen doppelsitzigen Überprüfungsflug (Checkflug), der in den letzten 12 Monaten der 3-Jahres-Frist durchgeführt werden muss, erlangt werden.

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Letzte Aktualisierung am 07.02.2011